In einer Welt voller Veränderung, Leistungsdruck und Unsicherheit ist unsere psychische Widerstandskraft – unsere Resilienz – wichtiger denn je. Doch was genau ist Resilienz? Und wie lässt sie sich stärken?
Resilienz ist die Fähigkeit, Krisen zu überstehen und sich von Rückschlägen zu erholen – nicht durch Verdrängung, sondern durch bewusste Auseinandersetzung mit Herausforderungen. Die gute Nachricht: Resilienz ist nicht angeboren, sondern erlernbar. Sie basiert auf sieben sogenannten „Säulen“, die jeder Mensch aktiv trainieren kann.
1. Optimismus – Die Kraft der positiven Erwartung.
Optimismus bedeutet nicht, alles rosarot zu sehen. Vielmehr geht es um die grundsätzliche Überzeugung, dass Schwierigkeiten vorübergehen und wir Einfluss auf unsere Zukunft haben. Ein optimistischer Blick hilft uns, Herausforderungen nicht als Bedrohung, sondern als Wachstumschance zu sehen. Menschen mit dieser Haltung glauben daran, dass sie etwas verändern können – selbst wenn nicht alles perfekt läuft.
Tipp:
Führe ein „Erfolgsjournal“. Notiere dir jeden Abend drei Dinge, die gut gelaufen sind, auch Kleinigkeiten. Du trainierst damit deinen Blick für das Positive.
2. Akzeptanz – Annehmen, was ist.
Viele Personen bleiben in der Vergangenheit stecken oder wehren sich gegen das, was längst Realität ist. Doch wer Widerstände gegen Unveränderbares aufgibt, kann seine Energie für sinnvolle Schritte nutzen. Akzeptanz bedeutet, Realität zu erkennen, auch wenn sie unangenehm ist. Es ist der erste Schritt zur inneren Ruhe und zur Lösungsfindung.
Stelle dir bei jeder schwierigen Situation zwei Fragen.
1. Was liegt außerhalb meiner Kontrolle?
2. Was kann ich aktiv beeinflussen?
Handle nur auf Basis der zweiten Antwort.
3. Lösungsorientierung – Probleme aktiv angehen
Resiliente Menschen bleiben nicht beim Problem stehen, sondern suchen aktiv nach Lösungen. Sie denken in Handlungsschritten statt in Schuldzuweisungen. Dabei helfen Zielklarheit und strukturierte Entscheidungen.
Tipp:
Nutze die sogenannte „3-Schritte-Methode“:
- Was ist das genaue Problem?
- Was ist mein Ziel in dieser Situation?
- Was ist der nächste, kleinste Schritt, den ich gehen kann?
4. Selbstwirksamkeit – Vertrauen in die eigene Stärke.
Selbstwirksamkeit beschreibt das Gefühl: „Ich kann etwas bewirken.“ Dieses Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit ist ein zentraler Pfeiler der Resilienz. Es entsteht, wenn du wiederholt erlebst, dass dein Handeln Wirkung zeigt. Mache dir bewusst, welche Herausforderungen du in der Vergangenheit bereits gemeistert hast. Sammle diese Erlebnisse schriftlich. In Krisenzeiten kannst du dich daran erinnern und dich stärken.
5. Verantwortungsübernahme – Raus aus der Opferrolle.
Resiliente Menschen übernehmen Verantwortung für ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen. Sie geben äußeren Umständen nicht die Schuld, sondern überlegen: Was kann ich beitragen, damit es besser wird? Das bedeutet nicht, Schuld auf sich zu laden – sondern Handlungsspielräume zu erkennen.
Ersetze den Satz „Ich kann nichts tun“ bewusst durch:
„Was liegt in meinem Einflussbereich?“
So verschiebst du deinen Fokus auf Möglichkeiten statt auf Einschränkungen.
6. Netzwerkorientierung – Stärke durch Verbundenheit.
Kein Mensch muss alles allein bewältigen. Ein stabiles soziales Netz gibt Halt, vermittelt Zugehörigkeit und bietet emotionale Unterstützung. Resiliente Menschen wissen: Um Hilfe zu bitten ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche.
Pflege aktiv dein soziales Umfeld – durch ehrliche Gespräche, gemeinsame Zeit und gegenseitige Unterstützung. Frage dich regelmäßig: Mit wem kann ich offen sprechen, wenn es mir nicht gut geht?
7. Zukunftsplanung – Visionen als Anker.
Ein klarer Blick nach vorn gibt Halt in stürmischen Zeiten. Wer Ziele hat, verliert weniger leicht den Mut, weil er weiß, wofür sich Anstrengung lohnt. Zukunftsplanung bedeutet: Ich gestalte mein Leben aktiv.
Formuliere persönliche Ziele für die nächsten 6 bis 12 Monate. Visualisiere sie – zum Beispiel mit einem Visionboard – und überlege konkrete Schritte, wie du dorthin gelangen kannst.
Fazit: Resilienz ist trainierbar.
Die 7 Säulen der Resilienz sind wie ein Muskel: Je häufiger du sie trainierst, desto stärker wirst du. Es geht nicht darum, immer stark zu sein, sondern darum, sich nach Rückschlägen aufzurichten – mit Selbstvertrauen, Klarheit und Unterstützung.
Resilienz bedeutet: Du darfst straucheln. Du darfst zweifeln. Aber du gehst weiter – Schritt für Schritt. Und genau das macht dich innerlich stark.
Melde dich gerne bei mir – ich freue mich auf dich! Petra Kuth
info@petra-kuth.de oder Telefon: 02931 – 7999416