Mobbing. Ein Wort, das schnell ausgesprochen wird – aber tief trifft, wenn es einen selbst betrifft. Ob in der Schule oder am Arbeitsplatz: Mobbing verletzt. Es zerstört Selbstwertgefühl, raubt Kraft, macht krank. Und oft geschieht es nicht laut und offensichtlich – sondern leise, hinter dem Rücken, Stück für Stück.
Was ist Mobbing eigentlich?
Mobbing ist mehr als ein Streit oder ein einzelner Konflikt. Es ist ein systematisches und wiederholtes Schikanieren, Ausgrenzen oder Herabwürdigen einer Person. Und das über Wochen, Monate – manchmal sogar Jahre hinweg.
In der Schule kann das heißen:
- ständiges Auslachen oder Beleidigen
- Ausgrenzung aus Gruppen
- Verbreiten von Gerüchten
- Cybermobbing in WhatsApp-Gruppen oder sozialen Netzwerken
Im Beruf äußert sich Mobbing oft subtiler:
- ignoriert werden im Team
- abwertende Kommentare oder ständiges Kritisieren
- Aufgaben werden entzogen – oder überlastend zugewiesen
- Gerüchte, Intrigen, Ausgrenzung von Meetings oder Informationen
Wo beginnt Mobbing?
Viele Betroffene fragen sich: „Stelle ich mich nur an?“
Diese Frage allein zeigt schon, wie sehr Mobbing am Selbstbild rüttelt. Wenn du regelmäßig mit einem schlechten Gefühl zur Schule oder Arbeit gehst, dich klein, ausgeschlossen oder ständig unter Druck fühlst – dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Ein Konflikt ist menschlich. Mobbing ist systematisch.
Warum passiert das?
Die Gründe für Mobbing sind komplex. Häufig spielen Macht, Neid, Unsicherheit oder Gruppendruck eine Rolle. Täter*innen suchen sich gezielt Menschen aus, die anders sind – ruhiger, sensibler, leistungsstark oder einfach „nicht ins Bild passend“.
Aber: Mobbing sagt mehr über die Täter*innen aus als über das Opfer.
Was sind die Folgen?
Die seelischen und körperlichen Folgen können gravierend sein:
- Rückzug, Einsamkeit
- Angstzustände, Schlafstörungen
- Leistungsabfall oder völlige Blockade
- Depressionen, psychosomatische Beschwerden
- Im schlimmsten Fall: Suizidgedanken
Deshalb ist es so wichtig, das Thema nicht zu verharmlosen oder zu schweigen.
Was kannst du tun?
Wenn du betroffen bist:
- Sprich mit einer Vertrauensperson – Eltern, Lehrerin, Kollegin, Betriebsrat oder Schulsozialarbeit.
- Führe ein Mobbing-Tagebuch: Was passiert? Wann? Wer ist beteiligt?
- Hole dir Unterstützung – psychologisch, rechtlich oder schulisch. Du bist nicht allein.
- Schütze dich – emotional und, wenn nötig, räumlich. Kein Job, keine Schule ist es wert, dass du krank wirst.
Wenn du etwas beobachtest:
- Wegschauen macht dich zum Teil des Problems. Zivilcourage kann für Betroffene lebensverändernd sein.
- Sprich die Situation an – mit Respekt, aber klar.
- Unterstütze die Person, indem du signalisierst: „Ich sehe dich. Du bist nicht allein.“
Mobbing ist kein Tabu. Es ist ein gesellschaftliches Problem.
Und es braucht offene Gespräche, klare Haltung und Strukturen, die schützen. In Schulen genauso wie in Unternehmen. Niemand sollte Angst haben müssen, zur Arbeit oder in die Schule zu gehen.
Du verdienst Respekt.
Du verdienst Sicherheit.
Du verdienst einen Ort, an dem du wachsen kannst – und nicht zerbrichst.
Weiterführende Hilfe:
- Nummer gegen Kummer (für Kinder, Jugendliche & Eltern)
- Betriebsrat, Schulpsychologinnen, Vertrauenslehrerinnen
Melde dich gerne bei mir – ich freue mich auf dich! Petra Kuth
info@petra-kuth.de oder Telefon: 02931 – 7999416











